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Krezip ... besser als erwartet


Ich kannte Krezip zwar schon vor dem Konzert durch ihren Hit "I would stay" aus dem Jahre 2000, aber nicht alle Lieder waren mir bekannt, geschweige denn die genauen Namen der Mitglieder. So kam ich also als normaler Zuhörer zu diesem Auftritt und wusste nicht, was mich erwarten würde.

Meine Cousine und ihre Freundin begleiteten mich zu diesem, wie sich noch herausstellen sollte, genialen Konzert. Wir waren schon anderthalb Stunden vor Beginn da, damit wir auch ganz vorne stehen könnten. Doch bis 20 Uhr ließ sich keine Menschenseele blicken. Wir dachten schon, es wird ein Konzert für uns allein, aber soweit kam es leider nicht. Nachdem die beiden Mädchen die Stellung am Eingang hielten, weil sie Angst hatten, jemand könnte sich vordrängeln, setzte ich mich in den angrenzenden Biergarten, genoss eine kalte Cola und schaute mich ruhig in der Gegend um. Dumpf hörte man schon von oben Musikfetzen der Generalprobe. Dann nach einer Weile tauchten sie plötzlich in der Tür auf und gingen ins Scheunecafé, um vor dem Auftritt noch einmal zu essen. Dieser kurzer Augenblick steigerte meine Vorfreude auf das Konzert so sehr, dass ich immer unruhiger wurde, meine Cola austrank und schnell zu meinen Begleiterinnen zurückkehrte. Jetzt noch mal auf Toilette, damit man das Konzert in vollen Zügen genießen kann und dann endlich, 20 Uhr, die Einlasser öffneten das Tor, rissen die Karten ein, Treppen rauf, da ist die Bühne, Platz gesichert, ganz vorne, super. Da standen wir nun ganz vorn an der kleinen Bühne. Der Saal war auch nicht sehr groß, vielleicht für 200 Personen platzbietend. Am anderen Ende war ein kleines Podest, wo sich Tische und Sessel befanden. Auf der Bühne standen jede Menge Verstärker, Boxen, Effektgeräte, das Schlagzeug und die anderen Instrumente. Dazwischen war noch ein bisschen Platz, damit sich die Künstler wenigstens ein bisschen bewegen konnten.

Der Raum füllte sich nur sehr langsam, eine halbe Stunde vor Beginn waren ungefähr 20 Leute da. Hinter uns stand ein mitgereister Holländer, der Krezip bei fast allen Auftritten begleitet und sie schon seit ihrer Gründung 1997 kennt. Wir haben uns über verschiedene Sachen ausgetauscht und bekamen schließlich auch seine Email-Adresse, um mit ihm Kontakt aufnehmen zu können.

Die Spannung stieg ins Unermessliche, der Raum wurde dann doch noch kurz vor Beginn des Konzertes etwas voller, so ungefähr 150 Menschen.

Das Licht geht aus, der Spot an. Stille im Publikum, kein Applaus, keine Rufe. Anne, Jaqueline, Joost, Thomas, Thijs und Annelies kommen auf die Bühne, nehmen ihre Instrumente, stellen sich auf und der erste Akkord erklingt. Wahnsinn. Als erstes Lied erschallt "More than this" und zerrt am Trommelfell. Gleich von den ersten Takten an, hat es mich gepackt, ich hatte meine Körperteile nicht mehr unter Kontrolle und so wippten und schaukelten sie zu den fabelhaft vorgetragenen Liedern dieser großartigen, jungen, spritzigen und aufregenden Band. Ihre Lieder vereinen Energie und Stille, Freude und Trauer, Laut und Leise.

Während des Konzertes wurde die Stimmung im Publikum immer besser und nach dem dritten Song gab es schon tosenden Applaus. Das hielt sich bis zum Ende und wurde sogar noch lauter. Bei dem Lied "I would stay" sang der ganze Saal laut mit und auch das Cover von "Beautiful" (Christina Aguilera) wurde begeistert aufgenommen. Bei den schnelleren und härteren Sachen wurde in der Mitte des Saales kräftig "gepoked" und die anderen Gäste sprangen, sangen und bewegten ihre Körper.

Das letzte Lied "Give my life" erklang und wurde mit "Zugabe"-Rufen beantwortet. Also kamen Krezip noch mal auf Bühne und spielten zwei Lieder ("That'll be me", "Get it on"). Dann war das Konzert leider auch schon nach knapp einer Stunde vorbei. Doch eine Stunde, die sich auf alle Fälle gelohnt hat. Die Energie ist von Krezip auf mich übergesprungen und hält sich noch immer.

Als krönender Abschluß kam noch, dass Krezip für Fotos und Autogramme bereitstanden, was wir drei natürlich gleich ausgenutzt und uns entsprechend eingedeckt haben.

Die 6 Niederländer waren sehr freundlich und nett, verständnisvoll und keineswegs abgehoben. Sechs Menschen, die aus Spaß an der Musik durch die Lande ziehen und anderen Menschen Spaß und Erinnerungen schenken.

Solltest du einmal ein Plakat in deiner Stadt sehen, auf dem Krezip steht, geh hin, du wirst es nicht bereuen.

(Alex)